In dieser Woche vor 171 Jahren...

...rettete die Königin das Clemenshospital.

Der bayerische Fürstbischof Clemens spendierte dem Orden der Barmherzigen Brüder 1773 hunderttausend Gulden für den Bau eines Krankenhauses, das Clemenshospital heißen sollte.

Als Standort wählten sie den heutigen Hindenburgplatz in Münster.

Aber der Platz war nicht optimal, darum zog der Bau um zur Stubengasse, die damals Sankt-Pauli-Freiheit hieß. Für den Entwurf gewannen die Pater einen renommierten Architekten: Johann Conrad Schlaun, der auch Schloss und Erbdrostenhof gebaut hatte. Der Planer setzte noch eine kleine Barockkirche neben das Hospital.

Clemenskirche und Clemenshospital heißen nach ihrem Namensgeber Clemens. Warum heißt die Klemensstraße eigentlich nicht Clemensstraße?

Weil die Kranken kostenlos behandelt wurden, war der Orden bald pleite. Doch Hilfe kam: 1840 besuchte das preußische Königspaar Münster. Königin Elisabeth legte den Grundstein für einen großzügigen Neubau des inzwischen baufälligen Krankenhauses. Damit stieg die Bettenzahl von 20 auf fast 400. Zu Sauerbruchs Zeiten war das Clemenshospital das größte und bekannteste Krankenhaus der Region, vor allem wegen der modernen Geräte und Behandlungsmethoden. Am 10. Oktober 1943 sank es durch Bomben in Schutt.

Nach einer mehrjährigen Odyssee durch Münster von einem improvisierten Standort zum nächsten, begannen Ende der 1950er die Planungen für einen Neubau am Düesbergweg. Wegen des sumpfigen Untergrundes wurde das Gebäude als Pfahlbau errichtet: Der Baukörper ruht auf 600 Stelzen, die 10 Meter tief im Boden stecken. Heute hat das Clemenshospital als Lungenkrebszentrum wieder überregionale Bedeutung.

Schlauns Kirche steht am alten Platz.

Clemenskirche und Clemenshospital heißen nach ihrem Namensgeber Clemens. Warum heißt die Klemensstraße eigentlich nicht Clemensstraße?

Autor: Carsten Krystofiak

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