In dieser Woche vor 47 Jahren...

...starb Kongo-Müllers erster Söldner.

Nachdem Belgien den Kongo in die Unabhängigkeit entlassen hatte, brach in dem zentralafrikanischen Land ein Chaos aus Stammesfehden und Armeeputschen aus. Die Ausrufung einer kommunistischen »Volksrepublik Kongo« führte zum Bürgerkrieg.

»Kongo-Müller« erzählt als »Der lachende Mann« bei Fluppen und Pernod heitere Dönekes vom grausigen Krieg im afrikanischen Dschungel

Ministerpräsident Tshombé und General Mobutu warben rund 500 weiße Söldner aus verschiedenen Ländern an, um die aufständischen »Simbas« (Löwen) niederzuwerfen.
Unter ihnen der Deutsche Siegfried Müller, der sich schnell als »Kongo-Müller« einen martialischen Namen machte. Seinen Jeep zierte ein Totenschädel mit gekreuzten Gebeinen. Weil das Wasser im Kongo nicht trinkbar war, soff er meist Pernod.

General Mobutu befahl Müller, ein Kommando zusammenzustellen, um das Dorf Boende einzunehmen. Die »Operation Tshuapa« begann. Nach kurzer Feindberührung hatte Kongo-Müllers Söldnertruppe am frühen Nachmittag den ersten Toten zu beklagen: Fritz Kötteritzsch aus Münster. Der gelernte Maschinenschlosser, Jahrgang 1935, war Zeitsoldat bei der Bundeswehr gewesen, als er in der Zeitung las, dass die kongolesische Regierung Söldner suchen würde. Er meldete sich »aus Abenteuerlust und wegen des Geldes« bei einem Rekrutierungsbüro in Brüssel und war erst wenige Tage zuvor im Kongo angekommen.

Kongo-Müller gewann den Krieg und Mobutu die Macht. Der Stern-Reporter Gerd Heidemann machte den Söldner in Deutschland bekannt. Auch ein DDR-Filmteam interviewte Müller und schlachtete dessen Schnapsbeichte politisch aus.

»Kongo-Müller« erzählt als »Der lachende Mann« bei Fluppen und Pernod heitere Dönekes vom grausigen Krieg im afrikanischen Dschungel.

Autor: Carsten Krystofiak

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