In dieser Woche vor 68 Jahren...

...erlebte Münster den schwersten Bombenangriff des Krieges

Goebbels hatte in seiner berühmt-berüchtigten »Sportpalast-Rede« den »totalen Krieg« angekündigt. Der kam – aber anders, als Goebbels sich vorgestellt hatte.

Dortmund und Hamm hatten schon die ersten Tagesangriffe der alliierten Bomberflotten erlebt. Die Münsteraner fragten sich: Wann sind wir dran? Münsters Schulkinder waren schon im Juli nach Oberbayern evakuiert worden.
Der 10. Oktober war ein sonniger Sonntag. Viele gingen spazieren, als kurz vor 15 Uhr überraschend die Sirenen heulten. Ein riesiger Pulk US-Bomber war im Anflug. Der Angriff dauerte bis 16.20 Uhr. Die Flieger warfen 2.200 Sprengbomben, 20.000 Brandbomben und 660 Phosphorkanister. Den jungen Piloten hatte man gesagt: »Euer Ziel sind die Stufen des münsteraner Doms.«

Die Splittergräben am Marienplatz und am Kanonengraben wurden zu Todesfallen; das Apollo-Kino und Clemenshospital zu Massengräbern. Zivilisten starben ebenso wie Soldaten und Kriegsgefangene. Die Innenstadt war ein Schutthaufen; viele Straßen nicht mehr erkennbar. Die Rothenburg brannte ab, auch weil nicht genug Löschwasser da war. An der Grünen Gasse türmten sich die Schuttberge an den Straßenrändern haushoch. Noch bis November loderten in den Trümmern immer wieder Feuer auf.

Der erste und schwerste Tagesangriff vernichtete das alte Münster in 80 Minuten. Die nächsten Bomben pflügten den Schutt nur noch durch.

Im letzten halben Kriegsjahr fielen noch einmal so viele Bomben, wie während des gesamten Krieges zuvor. Bei Kriegsende hausten innerhalb der Promenade noch ganze 17 Familien.

Das war in der Tat »totaler Krieg«...

Der erste und schwerste Tagesangriff vernichtete das alte Münster in 80 Minuten. Die nächsten Bomben pflügten den Schutt nur noch durch.

Autor: Carsten Krystofiak

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