In dieser Woche vor 50 Jahren...

...wurde Hettlage aufgeteilt.

Die Familie Hettlage stammt aus demselben westfälischen Dorf wie die Brenninckmeyers und Boeckers – aus Mettingen im Tecklenburger Land. Alle drei Familien waren Kaufleute, die als Textilienhändler durchs Münsterland zogen. Westfalen gilt daher als »Wiege des europäischen Modehandels« (FAZ).

1896 gründeten die Hettlages in Münster ihr erstes stationäres Geschäft. Boecker und Brenninckmeyer zogen nach. Brenninckmeyer nannte sein Unternehmen später C&A.

Vom Hausierer zum Konzern und in die Insolvenz: Die Geschichte der münsteraner Modekette Hettlage ist eine Berg- und Talfahrt.

Die Hettlage-Brüder zerstritten sich über die Frage, ob man die Mitarbeiter am Umsatz beteiligen sollte. Als Folge wurde das Unternehmen in Hettlage Nord und Hettlage Süd geteilt.

Hettlage Nord expandierte schnell zu einer großen Kette. Neben dem Geschäft an der Ludgeristraße entstand am Krögerweg ein imposantes Verwaltungsgebäude. Selbstredend stellten die Hettlages auch den Sprecher der münsterschen Kaufmannschaft.

Doch zwei Jahre vor dem hundertsten Gründungsjubiläum war völlig überraschend Feierabend:
Hettlage Süd meldete erstmals in der Firmengeschichte einen Millionen-Fehlbetrag; Hettlage Nord musste wegen Zahlungsunfähigkeit Konkurs anmelden. Alle kurzfristigen Sanierungskonzepte hatten versagt, da halfen auch keine panikartigen Rabattaktionen mehr. Ulrich Hettlage meinte, »Wir hätten frisches Geld gebraucht«.

Betroffen waren 40 Filialen und über 1.300 Mitarbeiter. Die Münsteraner erfuhren vom überraschenden Abgang des Traditionshauses erst aus der Zeitung, ebenso wie manche Beschäftigte.

Vom Hausierer zum Konzern und in die Insolvenz: Die Geschichte der münsteraner Modekette Hettlage ist eine Berg- und Talfahrt.

Autor: Carsten Krystofiak

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