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Kalter Krieg: Münsterland vs. Moskau

Am 5. März 1946 verkündete Englands Kriegshaudegen Churchill, dass sich ein »Eiserner Vorhang« in Europa gesenkt habe, und zwar »from Stettin to Triest«. Ein Jahr später erschien in den USA das Buch »The Cold War«. Damit hatte die Ära des Kalten Krieges ihren Namen! Der kalte Krieg der Machtblöcke in Ost und West betraf auch das Münsterland.

Die NATO Strategen erwarteten hier einen Vorstoß der DDR-Streitkräfte zu Zielen an Rhein und Ruhr. Darum wurde im Münsterland militärische Vorsorge getroff en. Die A43 bei Dülmen wäre im Kriegsfall durch eine schnell demontierbare Mittel-Leitplanke zur provisorischen Start- und Landebahn für Jagd ieger umfunktioniert worden. Die Flieger waren in Rheine stationiert und übten über dem Münsterland ihre Manöver. In der Schirlheide bei Ostbevern lagerten Raketen, am Schöppinger Berg atomare Sprengköpfe, in Hopsten Atombomben. Bei Saerbeck entstand eines der größten Munitionsdepots in Westdeutschland.

Die Promenade am Zoobad ist für Panzer über 16 Tonnen nicht befahrbar. Das Schild ist ein Relikt des Kalten Krieges.

Zudem kennzeichnete die Bundeswehr in Westdeutschland alle Brücken mit gelben Hinweisschildern für die »Militärische Lastenklasse«. Darauf ist angegeben, bis zu welchem Gewicht ein Panzer oder LKW die Brücke überqueren darf und ob der Verkehr in beide oder nur eine Richtung rollen darf. Mit dem Zerfall der Sowjetunion und der deutschen Wiedervereinigung war der Kalte
Krieg vorbei. Im Rahmen des »2 + 4- Vertrages« wurde festgelegt, dass die neuen Bundesländer nicht mit den gelben Panzerschildern bestückt werden durften. Die Schilder sind daher das letzte Relikt der Teilung im öffentlichen Raum.

Die Promenade am Zoobad ist für Panzer über 16 Tonnen nicht befahrbar. Das Schild ist ein Relikt des Kalten Krieges.

Autor: Carsten Krystofiak

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