In dieser Woche vor 31 Jahren...

kam Annette auf den 20er.

Mitte März beschloss der Zentralbankrat der Bundesbank, neue Geldscheine herauszugeben. Das war nötig geworden, weil die Fälscher immer besser wurden. D-Mark-Scheine waren neben US-Dollar das meistgefälschte Geld der Welt.

Doch leichter gesagt, als getan. Erstmal mussten etliche Entscheidungen beraten werden. Was soll vorne drauf? Bauwerke? Landschaften? Köppe? Die Runde entschied sich für Portraits. Es sollten »Kopfbildnisse von Persönlichkeiten der deutschen Geschichte aus Kunst, Literatur, Musik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik« ausgewählt werden. Gut 80 historische Persönlichkeiten standen zur Auswahl.

Wir sind Zwanzigmarkschein! Die Droste auf dem Zwanni machte die Münsteraner stolz und beglückt!

Um die Mädels nicht zu verärgern, wurden mindestens drei Frauen gesucht, die zwischen 1700 und 1900 ohne Männerhilfe etwas Eigenständiges geschaffen hatten. Weil es von der Forscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian kein brauchbares Bild als Vorlage gab, bekam Annette von Droste-Hülshoff die Vorderseite des Zwanzigmarkscheins. Auf die Rückseite kam eine Schreibfeder, ein aufgeschlagenes Buch und eine Buche, in Anspielung auf ihre sozialkritische Kriminal-Novelle »Die Judenbuche«, die auf einer wahren Begebenheit im Kreis Paderborn beruht.

1989 wurde der Annette-Schein in Umlauf gebracht. Die Münsteraner platzten vor Stolz: Wir sind auf dem 20er! Leider währte der lokale Ruhm nicht ewig: Mit der Einführung des Euro verlor auch der Droste-Zwanni seine Gültigkeit. Schade. In jeder Hinsicht...

Wir sind Zwanzigmarkschein! Die Droste auf dem Zwanni machte die Münsteraner stolz und beglückt!

Jetzt im Handel: Münster - Jede Woche hat ihre Geschichten. 100 Zeitzeichen aus der na dann-Serie. 212 Seiten, Oktober-Verlag

Autor: Carsten Krystofiak

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