In dieser Woche vor 50 Jahren...

starb Münsters erster Gelddrucker!

Nachdem der 23. Bischof von Münster im Winter 1173 an Husten gestorben war, überlegte der legendäre Kaiser Barbarossa, wen er wohl zum Nachfolger machen sollte. Er entschied sich für einen krassen Ritter mit einem noch krasseren Namen: Hermann von Katzenelnbogen! Schließlich hatte sich einer von dessen Verwandten schon als Bischof von Osnabrück nicht schlecht gemacht.

Der Kandidat nahm gleich den nächsten Zug – allerdings den Kreuzzug. Bei Akkon kämpfte er gemeinsam mit dem prominenten König Richard Löwenherz.

Kaum von dem Auslandseinsatz zurück ging er aber auch schon an die Arbeit: Er gründete in Münster die Pfarreien Ludgeri, Martini, Aegidii und Servatii. Und weil er schon mal dabei war, gründete er in Münsters Umland gleich noch ein paar Städte: Coesfeld, Warendorf, Beckum, Ahlen und Dülmen. Außerdem das Kloster Marienfeld in Harsewinkel. Das Geld dazu war bei einem großen Public-Praying-Event in Freckenhorst reingekommen.

Die ersten Münster-Moneten aus der Münzpresse von Katzenelnbogen. Die neue Währung nach dem Euro?

Aber Katzenelnbogen hatte noch mehr Ideen, um an Kohle zu kommen: Er hatte sich vom Kaiser das Münzprägerecht besorgt und Münsters erstes Geld in Umlauf gebracht. Damit konnte er auch noch locker den Anbau eines Querschiffes an Münsters Dom bezahlen. Dabei achtete er er als Fürstbischof streng darauf, dass Münsters Bürger der Domburg nicht zu nahe kamen; als Grenze galt die Mitte des Burggrabens.

Mit 60 ging er in Rente, wurde einfacher Mönch und starb 1203 im Kloster Marienfeld.

Die ersten Münster-Moneten aus der Münzpresse von Katzenelnbogen.
Die neue Währung nach dem Euro?

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Autor: Carsten Krystofiak

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