In dieser Woche vor 46 Jahren...

spielte Preußen in der Ersten Liga.

Es war der allererste Spieltag der neugegründeten Fußball-Bundesliga – und Preußen Münster war dabei!

Vierzigtausend Zuschauer strömten bei ebenso strömendem Regen ins schon damals nicht modernste Preußenstadion. Sicherheitsbestimmungen gab es nicht, Hools allerdings auch nicht. Wegen des Andrangs wurde auch die Aschenbahn für die Zuschauer geöffnet. Von den Werbetafeln, die extra für den Bundesligastart angebracht worden waren, konnte dadurch niemand etwas sehen. Die beste Aussicht, aber nicht die bequemsten Plätze hatten die Zuschauer, die auf den Zaunpfählen hockten.

Dies sind keine Ultras, die gefährliche Gegenstände ins Stadion geschmuggelt haben, sondern normale Fans mit Regenschirmen

Die Preußen hielten sich wacker gegen den HSV, dominierten über weite Teile sogar deutlich. Star-Stürmer Uwe Seeler hatte keine Chance. In der 70. Minuten schoss Falk Dörr den SCP in Führung! Erst in der 86. Minute kassierten die Preußen den Ausgleichstreffer.

Trotz des 1:1 gingen Publikum und Presse höchst respektvoll mit den Preußen um und lobten einhellig die sportliche Leistung auf dem regennassen Rasen. Die weitere Saison lief leider nicht so rund. Preußen konnte zwar Duisburg, Stuttgart und Hertha BSC schlagen, wurde aber von Köln, Frankfurt und Werder Bremen übel rasiert. Von Schalke 04 trennten sich die Preußen unentschieden 2:2.

Am Ende lag der SCP 1906 mit 37:52 Toren und 23 Punkten auf dem vorletzen Tabellenplatz und damit in der Abstiegszone. Immerhin noch mit 6 Punkten Abstand vor Schlusslicht Saarbrücken. Meister der ersten Bundesligasaison wurde der 1. FC Köln.

Dies sind keine Ultras, die gefährliche Gegenstände ins Stadion geschmuggelt haben, sondern normale Fans mit Regenschirmen

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Autor: Carsten Krystofiak

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