In dieser Woche vor 63 Jahren...

wurde Zimmermanns Villa verkauft.

Kurz nach Beginn des XX. Jahrhunderts kaufte der erfolgreiche Unternehmer Zimmermann vom Baron von Druffel ein großes Grundstück mit der Flurbezeichnung Uppenberg, um sich dort eine herrschaftliche Villa zu bauen. Zimmermann hatte die münsteraner Zigarettenmarke »Dreizehnlinden« gegründet. Der Tabak dafür wurde in Altenroxel angebaut.

Durch Heirat mit der Verlegerfamilie Hüffer verbunden, gehörte Zimmermann zu Münsters Establishment und zeigte das auch: Die Diele der Villa war zwei Geschosse hoch, die Galerie umkränzten goldene Ornamente. Blickfang war der grüne Neptunbrunnen, verstärkt durch die wandhohen Spiegel des Marmorsaales. Im Wintergarten an der Rückseite hätte eine kleine Doppelhaushälfte verschwinden können. Die Villa lag genau an der Kreuzung Grevener Straße und Burloh, die heutige Bushaltestelle Am Burloh hieß damals »Villa Zimmermann«.

So hat das Brachgrundstück an der Ecke Grevener Straße / Burloh früher ausgesehen: Eine der prachtvollsten Villen Münsters.

Die Villa blieb im Krieg völlig unzerstört und wurde 1945 von einrückenden Amerikanern beschlagnahmt. 1950 pachteten Ordensschwestern das Gebäude samt der 70.000 qm Land. 1958 übernahm die Innere Mission der Evangelischen Kirche den Besitz und verkaufte ihn zwei Jahre später an die Aachener Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft. Diese plante hier den Bau von Mehrfamilienhäusern und ließ die Villa 1971 abreißen. Die Bebauung wurde nie ausgeführt. Ein Teil des alten Parks liegt bis heute brach.

So hat das Brachgrundstück an der Ecke Grevener Straße / Burloh früher ausgesehen: Eine der prachtvollsten Villen Münsters.

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Autor: Carsten Krystofiak

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