In dieser Woche vor 563 Jahren...

begann die Stiftsfehde.

Der münsteraner Dauerstreit zwischen Bischof und Bürgern um die Macht in der Stadt steuerte im späten Mittelalter auf eine Eskalation zu.

Auslöser war die Wahl eines neuen Bischofs. Die Adelsfamilien der von Hoyas und der von Moers hatten jeweils einen Wunschkandidaten in Stellung gebracht. Beide waren Kölner Familien, die um den Bischofstitel und das damit verbundene Bistum Münster konkurrierten.
Hoya war so schlau, sich mit Münsters Handwerker-Gilden zu verbünden und diese gegen Moers aufzuhetzen. Münsters Bürger witterten Morgenluft für eine Unabhängigkeits-Revolution...

Über 100 Münsteraner fielen 1450 in der Schlacht bei Coesfeld gegen das Heer des Kölner Bischofs.

Doch in der Schlacht von Valar bei Coesfeld bekamen sie von Moers‘ Ritterheer derbe die Jacke voll: Über hundert Münsteraner fielen in dem Gemetzel. Und trotzdem war die Niederlage für Münsters Bürger ein Sieg: Sie hatten erheblich an Selbstbewusstsein und politischer Handlungsfähigkeit gewonnen. Von da an mischten die Bürger aktiv im Landtag mit und setzten Interessen gegen den Fürstbischof durch.

Dem gewählten Hoya-Konkurrenten Moers erteilten Münsters Bürger sogar Stadtverbot. Er konnte sein eigenes Bistum bis zu seinem Tod zwei Jahre nach der Schlacht nie betreten. Die Hoyastraße im Kreuzviertel erinnert an die Geschichte.

Über 100 Münsteraner fielen 1450 in der Schlacht bei Coesfeld gegen das Heer des Kölner Bischofs.

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Autor: Carsten Krystofiak

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