In dieser Woche vor 99 Jahren...

starb Hermann Löns.

Hermann Löns kam im Alter von 18 Jahren mit seinen Eltern nach Münster. Er machte am Paulinum Abitur und studierte Mathe und Naturwissenschaften.

Löns liebte Frauen - aber auch den Schnaps! Bei Mutter Birken im Kreuzviertel soll er oft gesoffen haben. Löns hatte zwei Ehen und zwei Liebschaften, doch Frauen und Flaschen vertrugen sich nicht. Nach seiner zweiten Scheidung irrte er rastlos durch Europa. Zwischendurch kam er wieder zurück nach Münster.

Zwischen Suffexzessen schrieb Löns Artikel über Naturschutz und sehr erfolgreiche naturromantische Bücher. Der intellektuelle Dandy wurde als »Heidedichter« populär. Er setzte sich stark für Natur- und Umweltschutz ein und führte den Hege-Gedanken in die Jägerei ein. Nebenbei verfasste er aber auch politische Satiren.

Abt. Genie & Wahnsinn: Naturschutzaktivist und Dandy Löns liebte die Heide, Frauen und den Alkohol.

In der allgemeinen Begeisterung über den Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete er sich zum Militär, obwohl er schon fast fünfzig war und seine Gesundheit vom Alkohol zerrüttet. Nur durch Beziehungen kam er an die Front. Nach nur vier Wochen starb er bei seinem ersten Einsatz im Kugelhagel.

Die Nazis vereinnahmten später einige seiner Werke und trieben einen Kult um seine Grabstätte. Dabei ist völlig ungewiss, ob die in Frankreich exhumierten Gebeine wirklich Löns gehören und mehrere Orte konkurrieren um das »wahre« Lönsgrab. In den Bockholter Bergen bei Gimbte steht ein »Lönsstein«, ein Findling-Denkmal für den Heide-Romantiker.

Abt. Genie & Wahnsinn:
Naturschutzaktivist und Dandy Löns liebte die Heide, Frauen und den Alkohol.

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Autor: Carsten Krystofiak

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