In dieser Woche vor 33 Jahren...

wurde Ellermann ermordet.

Als kaiserlicher Polizeisergeant hatte Willi Ellermann im Münsterland nicht allzuviel zu tun. Doch dann informierten ihn Bürger aus Herzebrock darüber, dass sich in ihrer Dorfkneipe die Gebrüder Stadtkowitz mit einem Komplizen aufhalten. Alex und Anton Stadtkowitz aus Gelsenkirche-Schalke waren Berufsverbrecher.

Als Ellermann in der Kneipe ankam, hatte sich die Bande schon aus dem Staub gemacht. Ein Stück hinter dem Ort holte der Polizist die drei ein. Doch statt stehenzubleiben, schossen sie sofort auf ihn und schlugen dem Verwundeten mit einer Eisenstange den Schädel ein.

Tatort Münsterland: Elf Tage Großfahnung nach Zwerg Anton und Sechs-Finger-Alex hielten die Region in Atem.

Eine Großfahnung im gesamten Münsterland setzte ein. Die preußische Polizei tat alles, um die Mörder zu kriegen. Aus Lippstadt wurde Deutschlands bester Polizeihund herbeigeschafft. Die Brüder waren auffällig: Anton war nur 1,55 m groß und Alex hatte an einer Hand sechs Finger.
Nach elf Tagen Flucht quer durchs Münsterland wurden sie im Stollen einer Tongrube bei Borken entdeckt und nach einer wilden Schießerei verhaftet.

In Münster machte man ihnen den Prozess. Das Urteil lautete: Tod durch das Fallbeil. Kaiser Wilhelm II. lehnte ein Gnadengesuch ab. Der Henker vollstreckte das Todesurteil Gefängnis von Bielefeld. Von dort aus wurden die Leichen wieder zurück nach Münster geschickt und nach Obduktion an der Uni auf dem Zentralfriedhof beigesetzt.

Die Geschichte diente Polizeischülern der Akademie Hiltrup 2009 als Lehrfall.

Tatort Münsterland: Elf Tage Großfahnung nach Zwerg Anton und Sechs-Finger-Alex hielten die Region in Atem.

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Autor: Carsten Krystofiak

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