In dieser Woche vor 56 Jahren...

brannte Wilkinghege ab.

Schon im Mittelalter stand außerhalb von Kinderhaus eine wehrhafte Burg. Als die kriegerischen Zeiten vorbei waren, wurde die Burg Anfang des 18. Jahrhunderts zu einem Wasserschloß im Stil des Barock umgebaut. Der luxuriöse Landsitz wechselte häufig den Besitzer. Im Lauf der Zeit kamen auch viele Promis zum Ferienmachen vorbei: U.a. Wiedertäuferbesieger Fürstbischof Waldeck, Uni-Gründer Fürstenberg und Annette von Droste-Hülshoff. Der Bruder der Dichterin war der letzte Bewohner und machte das Licht aus.

Nach ihm wurde das Schloß als Landgut genutzt: Ackerbau und Viehzucht statt Jet-Set.
Zehn Jahre nach dem Krieg, mitten in der Wirtschaftswunderzeit, wurde Wilkinghege zum gehobenen Hotel für gestresste Industriekapitäne umgebaut. Aus den Ackerflächen wurden Ziergärten.

Kanonenkugeln, Pferdeäpfel, Golfbälle – in der Geschichte von Wilkinghege lief‘s meist rund...

Doch kurz darauf brach ein Brand aus und wütete schwer in dem historischen Gebäude. Der Wiederaufbau erfolgte bis auf das Dach originalgetreu.

1963 erreichte das Wirtschafts-wunder seinen Höhepunkt: Die Erfolgreichen und Schönen hatten viel Freizeit. Der Golfsport kam in Mode und ein Teil der Parkanlagen hinter dem Schloß wurde zum Golfplatz für Münsters Society umgestaltet.

Um mit den steigenden Ansprüchen Schritt zu halten, reduzierte man später die Zahl der Zimmer zugunsten größerer Räume. Heute zählt Schloß Wilkinghege zu Münsters Vier-Sterne-Hotels.

Kanonenkugeln, Pferdeäpfel, Golfbälle –
in der Geschichte von Wilkinghege lief‘s meist rund...

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Autor: Carsten Krystofiak

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