In dieser Woche vor 14 Jahren...

startete das Eurocityfest.

Steffi Stephan und Marvin Lindenberg hatten schon viele Veranstaltungen im Jovel organisiert. Doch zum »Milleniumsjahr« stimmte der Stadtrat einstimmig dafür, den beiden die Ausrichtung des Stadtfestes zu übertragen, das bis dahin von der Düsseldorfer Eventagentur Orion organisiert wurde. Es war eine Herkulesaufgabe.

Die Parteien waren begeistert von Stephans Konzept, vor allem davon, dass er die Kosten alleine tragen und für das Risiko haften sollte. Nach einigen Hürden war es soweit: Das erste Eurocityfest konnte rocken. Dafür sorgte auch der Hauptsponsor Warsteiner; die Großbrauerei machte eine mittlere sechsstellige Summe locker.

Aufgabe: Organisieren Sie bitte ein Fest in der City bei vollem finanziellen Risiko – wir profitieren dann vom Imagewert...

Der Erfolg wischte die Unstimmigkeiten im Vorfeld weg: Hunderttausende Besucher kamen und feierten in Münsters Innenstadt. Die Veranstalter profitierten von Stephans Beziehungen zur Musikbranche: BAP, Nena, Helge Schneider, Dick Brave, Selig, Silbermond und viele weitere Topacts kamen auf den Domplatz.

Doch bald zogen dunkle Wolken auf: Zunächst beschwerte sich das Domkapitel. Dann murrte die Stadtverwaltung. Auflagen und Kosten wuchsen, obwohl sich das Münster-Marketing gerne mit dem Fest als Aushängeschild schmückte.

2011 zogen Stephan und Lindenberg die Notbremse. Die Stadt kündigte eine Neuausschreibung der Festausrichtung an. Seitdem palavern Parteien und Verwaltung über eine Neuauflage. Ergebnis bisher: Keins. Vielleicht sollte man jemanden fragen, der sich damit auskennt - und ihm ein faires Angebot machen.

Aufgabe: Organisieren Sie bitte ein Fest in der City bei vollem finanziellen Risiko – wir profitieren dann vom Imagewert...

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Autor: Carsten Krystofiak

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