In dieser Woche vor 27 Jahren...

kam der Papst nach Münster.

In den späten Achtzigern war Münsters Image einer schwarzen Katholikenhochburg schon reichlich profanisiert. Doch noch einmal kam es zu einem Sturm im Weihwasserglas: Der Papst in Münster!

Der Pole Karol Wojtyla besuchte als Papst Johannes Paul II. weit über hundert Länder, was ihm den Spitznamen »Eiliger Vater« einbrachte. Der Medienprofi wusste sein Charisma effektvoll einzusetzen. Seine Deutschlandtour führte ihn in der ersten Maiwoche durch elf Städte! Nach Bonn kam der Papst nach Münster. Mit dabei war natürlich sein »Papamobil«, das seltsame Gefährt mit der gläsernen Kanzel (Übrigens ein Mercedes).

Original-Parkhinweisschild vom Papstbesuch Münster ‘ 87, heute eine Sammler-Rarität.

Münsters Gläubige standen Kopf; zehntausende verstopften die Straßen. Der Rundweg durch die Altstadt war komplett mit rotem Teppich ausgelegt. Highlight war die große Open-Air-Messe, die riesige Fan-Massen anzog. Dabei sprach Johannes Paul II. die jüdische Theologin Edith Stein selig, die am katholischen Pädagogik-Institut Münster lehrte und den damaligen Papst schriftlich zum Protest gegen die Judenverfolgung der Nazis aufrief. Stein wurde im KZ Auschwitz ermordet.

Nachdem der Weihrauch wieder verflogen war, blieben die Münsteraner nachhaltig stolz, Auftrittsort der Pontifex-Tour gewesen zu sein. Getoppt wurde das erhabene Gefühl erst, als bekannt wurde, dass Papst Benedikt sogar in Münster studiert hatte...

Original-Parkhinweisschild vom Papstbesuch Münster ‘ 87,
heute eine Sammler-Rarität.

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Autor: Carsten Krystofiak

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