In dieser Woche vor 10 Jahren...

wurde das Cinema gerettet.

Eben erst war das Cinema an der Warendorfer Straße zum wiederholten Mal für das beste Programm im ganzen Land preisgekrönt worden. Doch die Auszeichnung schlug sich nicht in Besucherzahlen nieder: Zwanzigtausend Euro fehlten in der Bilanz. Statt das Loch wie bisher im nächsten Frühjahr wieder mit neuen Filmen füllen zu können, wurde das Defizit eher noch größer. Um einer Schuldenfalle zu entkommen, blieb nur der Ausweg, das Kino im Sommer wegen Konkurs zu schließen.

Doch das wollten die Münsteraner nicht zulassen: Zahlreiche Spenden gingen ein, die Einlasser vor den Kinosälen arbeiteten ehrenamtlich, der Kinobesuch wurde zur solidarischen Pflichterfüllung. Eine Welle des Wir-Gefühls ergriff die Cinema-Fans und wurde durch signalrote »Retter«-Shirts sichtbar.

Höhepunkt der Rettung wurde ein Benefiz-Festival auf der Parkfläche »Linnebrinks Garten« gegenüber dem Kino, für das die Stadt eine Sondergenehmigung erteilte. Dort traten lokale Künstler ohne Gage auf und zogen mehrere hundert Zuschauer an, u.a. Roger Trash (verst. 2011).
Die Pleite konnte abgewendet werden, die Einnahmen reichten sogar, um endlich neue Stühle und moderne Digitalprojektoren anzuschaffen.

Aus dem Benefiz-Fest zur Rettung des Cinema entstand das Viertelfest in Mauritz-West.

Das Benefiz-Festival war so gut angekommen, dass es wiederholt werden sollte, aber ohne große Produktionskosten - daraus entstand das dezentrale Mauritz-Viertelfest, dass inzwischen selbst eine Institution ist.

Aus dem Benefiz-Fest zur Rettung des Cinema entstand das Viertelfest in Mauritz-West.

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Autor: Carsten Krystofiak

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