In dieser Woche vor 70 Jahren...

löste Ludwig Beck nicht Hitler ab.

Ludwig Beck stammt aus einer hessischen Offiziersfamilie. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm er das Kommando über das Artillerie-Regiment in Münster. Im Kreuzviertel hatte man für die Artillerie-Dienstgrade Wohnungen gebaut und die Ecke sinnigerweise Kanonierplatz getauft. Die Bestimmung der Mehrfamilienhäuser erkennt man noch heute am Stahlhelm-Relief über der Haustür.

Nach weiteren Dienststellenwechseln kam Beck nach Berlin und wurde Generalstabschef des Heeres. 1938 trat er aus Protest gegen Hitlers Kriegspläne zurück. Beck war dem »Führer« nicht geheuer: »Der Mann wäre imstande, etwas zu unternehmen«, ahnte Hitler.

Für Beck (r.) war es leider kein Hollywoodfilm: Der 20. Juli 1944 endete in der Katastrophe.

In der Tat war Beck an der »Septemberverschwörung« beteiligt, die plante, Hitler zu erschießen. Doch nach ihrem Fehlschlag brauchten die Verschwörer sehr lange, um sich neu zu organisieren. Erst mit dem Widerstandskreis um den Leipziger Bürgermeister Goerdeler wurden die Hitlergegner in der Wehrmacht wieder aktiv. Jetzt planten sie das Attentat, das Oberst Stauffenberg am 20. Juli 1944 auf Hitler verübte. In der geplanten Übergangsregierung nach Hitler war Beck als Staatsoberhaupt vorgesehen.

Doch daraus wurde nichts: Auch dieses Attentat scheiterte, der Putschversuch missglückte. Der frühere Artilleriekommandant aus Münster wurde noch am Tag seiner Verhaftung erschossen. In dem Film »Valkyrie« mit Tom Cruise wird Beck von Terence Stamp (Star Wars) gespielt.

Für Beck (r.) war es leider kein Hollywoodfilm:
Der 20. Juli 1944 endete in der Katastrophe.

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Autor: Carsten Krystofiak

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