In dieser Woche vor 69 Jahren...

gab der letzte Wehrmachtssoldat auf.

Ostern 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Münster mit dem Einmarsch von Briten und Amis auf dem Prinzipalmarkt. Am 30. April beging Hitler Selbstmord, am 2. Mai fiel Berlin und am 8. Mai kapitulierte das Deutsche Reich. Doch Wilhelm Dege kapitulierte nicht!

Der Münsteraner war Kapitänleutnant und kommandierte die Einheit »Haudegen« aus zehn Soldaten. Erst über ein Vierteljahr nach Kriegsende, am 4. September ergab sich Dege. Dabei war der Münsteraner aus dem Südviertel gar kein Durchhaltefanatiker...

Feldmarschall Keitel kapituliert in Berlin – aber ein Münsteraner hat noch nicht fertig...

Dege und seine Truppe aus Polarexperten sammelten im Nordpolarmeer bei Spitzbergen Wetterdaten für die Wehrmacht. Nach der Kapitulation hatte man sie schlicht vergessen.
Die Freizeit gestalteten die Soldaten mit dem Saunabau und der Aufzucht von zwei Findel-Eisbären.

Anfang September, es herrschten immerhin schon vier Monate Frieden, kam endlich ein norwegisches Fischerboot vorbei. Dege übergab dem Kapitän seine Pistole und erklärte offiziell seine Kapitulation. Danach wurden gemeinsam die Alkoholvorräte aus der Konkursmasse der Wehrmacht vernichtet.

Die Norweger brachten die Männer zurück, die Einheit Haudegen wurden demobilisert. Der Münsteraner wurde später Prof. für Ethnologie. Der letzte aktive Soldat der Wehrmacht wurde nur von dem Japaner Onoda Hiro übertroffen, der bis 1974 im philippinischen Dschungel weiterkämpfte.

Feldmarschall Keitel kapituliert in Berlin –
aber ein Münsteraner hat noch nicht fertig...

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Autor: Carsten Krystofiak

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