In dieser Woche vor 62 Jahren...

fochten die Franken wieder.

Die münsteraner Burschenschaft Franconia wurde schon 1878 gegründet. Die Nazis verboten alle Burschenschaften und lösten sie auf. Das Franken-Haus an der Himmelreichallee wurde im Krieg stark beschädigt. Doch im Oktober 1952 konnte der Fecht- und Studierbetrieb wieder aufgenommen werden und 1978 wurde mit viel Glanz das 100. Stiftungsfest gefeiert.

Doch im Gebälk der Burschenschaften knirscht es: Die Verbände sind zerstritten und müssen viele Mitgliederaustritte hinnehmen. Wegen umstrittener Positionen stand die Franconia zudem immer wieder im Fadenkreuz linker Gruppen, u.a. weil sie den Anschluss deutscher und österreichischer Verbindungen fordert, was als »großdeutsch« kritisiert wird. Dass der Verantwortliche für den Internetauftritt der NPD-Jugendorganisation einige Zeit auf dem Verbindungshaus wohnte, machte die PR nicht besser.

In dieser Woche vor 62 Jahren... fochten die Franken wieder.

Der berühmteste »Bundesbruder« der Franconia ist wohl BILD-Chef Kai Diekmann. Der trat 1982 während seines Wehrdienstes in Münster-Handorf als »Militärfuchs« in die Verbindung ein, nach seinem Studium an der Uni Münster jedoch wieder aus. Um 2005 wurde Diekmann erneut Franke und hielt im Jahr darauf einen Vortrag über die Bildzeitung als Marke auf dem Frankenhaus. Das prominente Franconia-Mitglied ist nicht nur Herausgeber der BILD und Bild am Sonntag, sondern kurioserweise als Anteilseigner auch »Genosse« der linksalternativen taz.

BILD-Chef & taz-Genosse Kai Diekmann (noch ohne Taliban-Bart) mit Franconia-Farben.

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Autor: Carsten Krystofiak

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