In dieser Woche vor 3 Jahren...

kam der DSDS-Truck nach Münster.

Fernsehmacher lieben Talentshows, denn man braucht dazu keine teuren Künstler; das »Material« kommt von der Straße. Darum hat jedes Land seine Casting-Show: »Star Search« in den USA, »Megasztár« in Ungarn und selbst die Taliban gucken »Afghan Star«. Bei uns heißt der Rummel Deutschland sucht den Superstar. Einer muss natürlich der Bösewicht in der Jury sein, sonst wäre es langweilig - und keiner macht den so schön wie Dieter Bohlen.

Dreißigtausend Bewerber hat DSDS pro Staffel im Schnitt. In Münster waren es bedeutend weniger. Um 12 Uhr mittags rollte der Laster vors Schloss, wo erst drei Dutzend Teenies warteten. Am Vortag war es in Oberhausen zu einer Massenpanik gekommen, bei der fast hundert Jugendliche verletzt wurden.

DSDS-Casting-Truck vorm Schloss, aber leider ohne Diddää: »Was?! Dann sing‘ ich nicht!«

In Münster bleibt der Andrang übersichtlich. Darum fährt nun ein Team-Mitglied mit dem Werbemobil durch die Stadt und verteilt Infomaterial und Einladungen zum Casting. Seine Route: Eine Liste aller münsteraner Schulen sowie sämtlicher McDonald‘s- und Burger King-Filialen. Vor dem Truck werden Anmeldetisch und Wartezelt aufgebaut.

Die ersten Möchtegern-Stars ziehen beleidigt wieder ab, als sie erfahren, dass Bohlen nicht anwesend ist, um sich persönlich von ihrem Talent zu überzeugen. Dafür bleiben ihnen später Sprüche erspart wie: »Wir sind Talentsucher - keine Müllsortierer.« Das Casting-Team im Truck geht dagegen einfühlsam mit den jungen Bewerbern um. Von den Münsteranern, die an diesem Tag den Truck durchlaufen, schafft es trotzdem keiner ins Fernsehen.

DSDS-Casting-Truck vorm Schloss, aber leider ohne Diddää:
»Was?! Dann sing‘ ich nicht!«

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Autor: Carsten Krystofiak

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