In dieser Woche vor 354 Jahren...

musste Münster kapitulieren.

Weil er verhindern wollte, dass Münster ein militärisches Bündnis mit den Niederlanden schmiedet, um unabhängig zu bleiben, belagerte Fürstbischof Bernhard von Galen die Stadt. Um die Münsteraner kleinzukriegen, plante er, die Stadt von der Wasserversorgung abzuschneiden.
Zweitausend Bauern mussten einen Damm errichten, um bei Haus Kump die Aa aufzustauen. Ein Graben bis zur Ems sollte das Wasser abführen, doch die Fluten stauten sich bis Roxel. Nun war Münster von Wassermassen umringt, saß aber selbst auf dem Trocknen. Die Mühlen drehten sich nicht mehr.

Kurz vor Weihnachten tobte ein furchtbarer Orkan. Sechshundert Soldaten versuchten verzweifelt, den Damm zu retten - umsonst. Der Damm brach und die aufgestauten Wassermassen ergossen sich als riesige Flutwelle am Aegidiitor in die Stadt. Die Verteidigungsanlagen wurden weggespült.

Der Fürstbischof kam nicht auf der Matratze, aber auch er surfte auf einer Flutwelle nach Münster...

Für Bernhards Truppen ein Leichtes, Münster einzunehmen. Ende März konnte der Fürstbischof in angemessener Pracht in seine Stadt einziehen. Er stellte gleich klar, dass damit das Zeitalter des Absolutismus auch in Münster begonnen hatte.

»Bomben-Bernhard«, wie Galen in Münster genannt wurde, war nicht beliebt. Weil er das wusste und den Münsteranern misstraute, ließ er zwischen seinem Schloß und der Stadt ein freies Schussfeld anlegen – den späteren Hindenburg- und heutigen Schloßplatz.

Der Fürstbischof kam nicht auf der Matratze,
aber auch er surfte auf einer Flutwelle nach Münster...

Samstag, 28.3., 20 Uhr live in der Schnabulenz:
Was über Münster nicht im Stadtführer steht...
www.schnabulenz.de

Autor: Carsten Krystofiak

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