In dieser Woche vor 7 Jahren...

kam die Katze auf den Markt.

Ina Küper studierte 2007 Medienkommunikation an der Uni Münster. Ihre Examensarbeit wollte sie über Erotikmagazine für weibliche Käuferschichten schreiben. Doch dann stellte sie fest: Es gab weit und breit keine (‚Playgirl‘ war zuvor eingestellt worden).

Also schrieb sie keine Arbeit über bestehende Magazine, sondern erfand selber eines. Das Ergebnis nannte Ina »Alley Cat« (zu deutsch: Bordsteinschwalbe). Das Frauenerotikheft mit hundert Seiten voller nackter Kerle produzierte sie in einer Startauflage von fünftausend selbst in ihrer münsteraner Dachwohnung.

Von der Examensarbeit zum Kiosktitel – der Businessplan scheiterte an der Natur weiblicher Sexualität.

Nachdem ihr die Hefte zum Einzelpreis von 4,50 Euro aus den Händen gerissen worden waren, setzte sie gleich das nächste Kapitel aus ihrem Examens-Konzept um (»Marketing«) und verkaufte ihren Titel an den Burda-Verlag – und sich selbst gleich mit:

Als Chefredakteurin saß sie nun in einem eigenen Büro in München und leitete den Vertrieb ihrer 150.000 Magazine, die viermal jährlich an den Kiosken erschienen.

Allerdings fanden sich nur wenige Käuferinnen für die hohe Auflage. In der Vorstandsetage kam man bald zu der Erkenntnis, »dass das Konzept eines Erotikmagazins für Frauen nur einen sehr kleinen Markt anspricht. « Zudem fanden sich auch nur sehr wenige Anzeigenkunden. Das Businesswunder nahm den Weg ungezählter Vorbilder und Nachahmer: 2010 wurde das Heft eingestellt.

Von der Examensarbeit zum Kiosktitel –
der Businessplan scheiterte an der Natur weiblicher Sexualität.

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Autor: Carsten Krystofiak

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