In dieser Woche vor 45 Jahren...

begann die Outdoor-Gastronomie.

Sobald die Quecksilbersäule des Thermometers die Marke von 14,5 Grad Außentemperatur überschreitet, stellen Münsters Gastronomen Mobiliar auf den Gehweg, das sofort bevölkert wird. »Draußen sitzen« ist für Stadtbewohner eine Riesenportion Lebensfreude. Das war nicht immer so:

Als Anfang Juni 1970 das Café Grotemeyer in der Salzstraße erstmalig in Münster Tische auf die Straße stellte, waren die Münsteraner ungläubig und skeptisch. Sowas kannte man bisher nur aus Italienurlauben. Dabei war die Idee kein genialer Marketingtrick, sondern nackte Not: Wegen des heißen Wetters kamen einfach keine Gäste ins Lokal. Die Inhaberin mit weiblichem Sinn fürs Praktische räumte also vor den Augen der staunenden Passanten die Möbel von drinnen nach draußen. Das Unerwartete: Es funktionierte!

Nachdem die Flaneure die Tische zunächst misstrauisch umkreist hatten, setzten sich die ersten - und stellten fest: So geht‘s!

Nachdem die Flaneure die Tische zunächst misstrauisch umkreist hatten, setzten sich die ersten - und stellten fest: So geht‘s!

In kürzester Zeit waren die vier Tische auf der Salzstraße Stadtgespräch und die Attraktion der Saison! Andere Gastronomen zögerten nicht lange und zogen den Gästen im Lokal die Stühle unterm HIntern weg, um sie ebenfalls auf den Bürgersteig zu stellen. Bald waren die Straßen der Altstadt voller Gartenmöbel und glücklicher Gäste. Startschuss zu einer bommenden Outdoor-Gastronomie. Wer die Idee hatte, draußen nur Kännchen zu servieren, ist nicht überliefert...

Von den vier Tischen des Café Grotemeyer zum Coconut Beach war es noch ein weiter Weg...

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Autor: Carsten Krystofiak

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