In dieser Woche vor 175 Jahren...

wurden erste Lichtbilder gemacht.

Zum Preis von siebeneinhalb Silbergroschen kaufte der »Mechanikus« Friedrich Hundt in der Kunsthandlung Coppenrath eine Broschüre mit dem Titel: »Die Erfindung des Daguerreotyps, die mittels camera obskura und Sonnen-Mikroskop auf Flächen dargestellte Lichtbilder zu fixieren.«

Der Photo-Pionier baute sich ein »Daguerreotyp« und präsentierte den staundenden Mitgliedern des Kunstvereins im Ratskeller die ersten Lichtbild-Aufnahmen!
Das neue Verfahren sorgte sofort für Wettbewerb. Der Optiker Adler stieg ins Business ein und stellte seine Kamera auf dem Domplatz auf. Für fünf Silbergroschen durften die Münsteraner durch das Objektiv schauen! Das Geschäft mit den »Daguerreotypien« lief. Das erste Motiv war der Prinzipalmarkt.

Das Kronprinzenpaar bekam die ersten Lichtbilder von Münster zur Hochzeit. Ob sie sie wohl aufgehängt haben?

Auch die erste Auftrags-Aufnahme folgte: Oberbürgermeister Hüffer ließ die ersten amtlichen Lichtbilder Deutschlands für den dienstlichen Gebrauch anfertigen!
Mit einer Anzeige im Westfä-lischen Merkur kündigte der geschäftstüchtige Optiker an, »...daß ich bei guter Witterung Sonntag oder Montag gegen 2 Uhr mit einem vorzüglichen Daguerreotyp experimentieren werde. Alle Liebhaber sind herzlich eingeladen.«

Doch den großen Coup landete Konkurrent Hundt: Er verkaufte 14 Lichtbilder von Münster-Ansichten für 85 Taler an die Stadt, die sie Kronprinz Friedrich (dem späteren 99-Tage-Kaiser) zur Hochzeit mit Prinzessin Victoria von England schenkte.

Das Kronprinzenpaar bekam die ersten Lichtbilder von Münster zur Hochzeit.
Ob sie sie wohl aufgehängt haben?

NEU! Band 2: »Münster - Noch mehr wöchentliche Geschichten.

Autor: Carsten Krystofiak

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