In dieser Woche vor 92 Jahren...

wurde Edith vom Hafensturm geboren.

Hansaring, Ecke Gallitzinstraße (heute Soester Str.) traf sich nach der Schule der »Hafensturm«. Das waren die Brüder Tewes und Rasch, sechs weitere Jungs und das Mädchen Edith. Die Abenteuerlust lockte die Kinderbande in den Hafen.

Hauptattraktion war die Lorenbahn des Holzhandels Ostermann & Scheiwe. Der Hafensturm enterte die Loren, brachte sie auf der Gefällstrecke in Schwung und sprang rechtzeitig hinaus, bevor die Waggons vor den Bremsbock prallten. Danach hieß es schnell Reißaus vor den Arbeitern nehmen...

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Im Kanal lernten sie nicht nur das Schwimmen, sondern auch das gefährliche Kapern der Kähne. Den letzten biss der Schiffshund...

Der Kohlenträger des Hafenviertels, ein immer grimmiger Kerl, war vor ihren Streichen niemals sicher, ebenso wie die Bewohner des Hansaringes. Pferdeäpfel (aus dem Stall der Spedition Peters) in der Bäckertüte vor der Haustür gehörten zum Standardrepertoire.

Bei den Sechstagerennen in der Halle Münsterland, bei denen strengstes Jugendverbot herrschte, blieben Oberlichter und Hintertüren nicht lange vor dem Hafensturm sicher.

Doch eines Tages geschah das Unglück: Beim verbotenen Betreten einer Baustelle brach Edith in eine provisorische Jauchegrube ein und wäre fast in der Brühe ertrunken. Dem Spaß des Hafensturms tat das keinen Abbruch: Sie gaben die stinkenden Kleider einfach anonym als Paket am Güterbahnhof auf...
Gottfried Schäfers schrieb die Geschichten nach Zeitzeugenerinnerungen auf.

Das Revier des Hafensturms, Münsters TKKG-Vorläufer der 1230er Jahre...

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Autor: Carsten Krystofiak

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