In dieser Woche vor 83 Jahren...

In dieser Woche vor 83 Jahren...
hatte der FKK-Spaß ein Ende.

1889 verkaufte der Hiltruper Bauer Hakenes dem Havixbecker Apotheker Dr. Schmitz 50 Morgen (= ca. 15 Hektar) Land in dem von Wallhecken durchzogenen wilden Flurstück Gremmendorf.

Dr. Schmitz hatte einen ehrgeizigen Businessplan: Er gründete eine Ziegelei, die verkehrsgünstig am neuen Dortmund-Ems-Kanal gelegen war. Bald sah die Gegend aus, wie eine Mondlandschaft, denn überall lag Tonkuhle an Tonkuhle, aus denen der Lehm für die Ziegel gebaggert wurde.

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Nach Aufgabe des Betriebes liefen diese »Kühlken« voll Grund- und Regenwasser. Daraus entwickelte sich ein reger Badebetrieb. Kinder, Familien und vor allem Fans der seit 1900 sehr populären Nacktbadekultur strömten an heißen Tagen nach Gremmendorf. Dabei gab es allerdings häufig Konflikte zwischen den Anliegern der Bauernschaft und den FKK-Freunden.

Der Spaß fand ein abruptes Ende, als der Textilkaufmann Bernhard Schoster das Gelände 1932 kaufte. Als der Kanal verbreitert wurde, sah er seine Chance: Er kaufte die Erdmassen des Abraumes auf und schüttete die beliebten Kühlken damit zu.

Damit machte er sich zwar unbeliebt, aber nur vorübergehend: Schoster teilte das Areal in Parzellen zu je ca. 500 Quadratmeter auf und verpachtete die Schollen an Münsteraner, die hier Wochenendhäuser bauten, um Kleinvieh und Gemüse zu züchten. Fairer Tausch.

Die Kühlken boten frühen Badespaß.
Heute übernimmt der Kanal das preiswerte Vergnügen.

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Autor: Carsten Krystofiak

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