In dieser Woche vor 213 Jahren...

marschierten die Preußen ein.

Frankreich und Preußen einigten sich in Verhandlungen darauf, dass Preußen als Entschädigung für das linksrheinische Kleve das Fürstentum Münster bekommen sollte. Gesagt – getan: Anfang August wechselte Münster den Besitzer. Allerdings hatte man die Münsteraner nicht gefragt - und die waren alles andere als begeistert!

Der Graf von Stollberg erlebte die Besatzung und schrieb auf Haus Lütkenbeck in sein Tagebuch:
»Heute sind die Preußen in Münster eingerückt. Nur der Kirche ist es zu verdanken, dass das Volk, welches höchst erbittert ist, davon abgehalten wird, Gewalt mit Gewalt zu vertreiben.«

Blücher führte nicht nur Krieg gegen Napoleon, sondern auch gegen die deutsche Grammatik...

Die Münsteraner ballten die Fäuste in den Taschen. Weniger weil es sie interessierte, ob sie nun formale Untertanen des Fürstbischofs oder des Königs von Preußen waren, sondern weil diese Preußen Protestanten waren und Münster nun um seine katholische Folklore fürchtete! Daher wurde es für die preußischen Truppen ein eisiger Empfang; Gewalteskalation lag ständig in der Luft!

Auch die Besatzer taten sich schwer: Im Schloß notierte der preußische General Blücher in sein Tagebuch: »Münster und die Münsteraners gefallen mich nich... die ganze Brut in diesem Pfaffenland taugt nichts... Wann werde ich aus diesem Land der Heiligen erlöst, wo die Menschen weit ärmer an Verstand wie an Güter sind?« Erst viel später wurden die Münsteraner doch noch gute Preußen, wie die Gründung des Sportclubs Preußen Münster 1906 zeigte...

Blücher führte nicht nur Krieg gegen Napoleon,
sondern auch gegen die deutsche Grammatik...

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Autor: Carsten Krystofiak

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