In dieser Woche vor 101 Jahren... beschossen Phantome Münster.

Am 1. August 1914 erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg. Der Rest war eine Kettenreaktion. »In Europa gehen die Lichter aus«, wie ein Zeitgenosse festhielt.

Die Armeen verfügten zwar über viel »Hurra!« aber nur wenig Ausbildung und geeignete Ausrüstung. So trugen die Franzosen zunächst knallrote Hosen, was sie zu idealen Zielen machte.

Das fehlende Training wurde hastig nachgeholt. Das Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 14 zog von Münster an die Ems bei Gittrup und übte mit seinen Geschützen Zielschießen in die Bockholter Berge. Die nächsten Anlieger waren natürlich vorher informiert worden.

Das knallt! Volle Deckung–nichts wie in die Hecken! »Friendly Fire« sorgte für Panik.

Allerdings hatte man die Einwohner von Ladbergen wegen der weiten Entfernung nicht verständigt. Doch der Wind trug den Kanonendonner auch bis dort. Darauf brach in Ladbergen Panik aus! Ganz Schlaue wussten sofort, dass die Franzosen blitzartig vorgerückt sein mussten und nun schon Münster unter Feuer nahmen. Familien flohen kopflos in den nahen Teutoburger Wald.

Zu einem ähnlichen Vorfall kam es Weihnachten 1915, als das Munitionsdepot am Pulverschuppen (Warendorfer Straße) durch Unachtsamkeit explodierte. Diesmal dachten weiter entfernte Münsterländer, die Briten hätten sich bis zum Dortmund-Ems-Kanal durchgekämpft. Auch dabei schlugen sich Menschen sicherheitshalber in die Wälder. Warnhinweis: Krieg kann hysterisch machen.

Das knallt! Volle Deckung – nichts wie in die Hecken!
»Friendly Fire« sorgte für Panik.

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Autor: Carsten Krystofiak

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