In dieser Woche vor 140 Jahren... wurden die Patres verbannt.

Seit Westfalen zu Preußen gehörte, lieferten sich preußisch-protestantische Behörden einen Kleinkrieg mit der katholischen Kirche um das Sagen in der Schulerziehung. Mit den sogenannten »Mai-Gesetzen« machte Bismarck Ernst: Die katholischen Orden wurden für aufgelöst erklärt und die Klöster zwangsweise geschlossen.

Den Klosterbrüdern blieb nichts übrig, als ihre Koffer zu packen. Ende August waren die Franziskaner in Warendorf dran. Die meisten der 17 Patres entschlossen sich, nach Amerika auszuwandern. Die übrigen folgten Münsters Bischof ins niederländische Exil. Vorher wurde noch ein Gruppenfoto zur Erinnerung gemacht. Die Fotographie war damals noch eine neue Technik.

Während also einige Patres im Wilden Westen ihr Glück suchten, harrte der harte Kern in Holland aus. Letztlich erfolgreich: Nach neun Jahren zwischen militärischer Repression durch die Preußen und zivilem Ungehorsam bis offenem Aufstand der münsterländer Katholiken gab die Berliner Regierung entnervt auf. Der Bischof wurde rehabilitiert.

Glaube schlägt Politik: Nach neun Jahren Exil neun Triumphbögen für Münsters Bischof.

Seine Rückkehr aus dem Exil wurde ein Triumphzug! Im wahren Sinn: Neun Triumphbögen schmückten den Weg vom Michaelisplatz zum Bischofspalais auf dem Domplatz. Auch die Warendorfer Patres durften endlich nach Hause zurückkehren. Wiederum wurde das Geschehen mit dem neuen Medium Fotographie dokumentiert.

Glaube schlägt Politik:
Nach neun Jahren Exil neun Triumphbögen für Münsters Bischof.

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Autor: Carsten Krystofiak

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