In dieser Woche vor 393 Jahren... wurden die Marodeure demobilisiert.

Im Dreißigjährigen Krieg ging die größte Gefahr weniger von Kampfhandlungen aus, als von marodierenden Söldnertruppen, die ganze Regionen plünderten und verwüsteten.
Das Münsterland hatte darunter viel zu leiden, besonders unter den spanischen Heeren des »tollen Christian«, der eine westfälische Stadt nach der anderen besetzte.

Dort wo die Einwohner sich selbst zur Wehr setzten, ging dies meist nicht gut aus, denn sie waren den Soldaten kämpferisch unterlegen und die Rache der Landsknechte war extrem grausam.

Darum riefen die Bürger nach Schutztruppen der Landesherren. Tatsächlich wurden Milizen zum Schutz der Gemeinden vor Plünderung aufgestellt. Doch das kostete Geld. Besonders in Münster war die Stadtverwaltung sehr kreativ im Erfinden immer neuer Steuern und Abgaben zur Finanzierung der Truppen. So wurden Bußgelder fällig, wenn Brautpaare mehr als zehn Gäste zur Hochzeit einluden.

Aus Schutztruppen wurden Plünderer, die das Münsterland heimsuchten.

Doch trotz aller Tricks reichten die Einnahmen hinten und vorne nicht. Nachdem die Truppen monatelang keinen Sold gesehen hatten, meuterten sie und begannen, die Orte des Münsterlandes zu überfallen und zu plündern, die sie eigentlich vor Plünderung schützen sollten.
Das Heer geriet außer Kontrolle.

Anfang September reagierten die Landesfürsten endlich und lösten die Milizen auf. Die meisten Soldaten zerstreuten sich in der Gegend und blieben eine räuberische Plage.

Aus Schutztruppen wurden Plünderer, die das Münsterland heimsuchten.

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Autor: Carsten Krystofiak

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