In dieser Woche vor 23 Jahren... wurde das Semesterticket eingeführt.

In dieser Woche vor 23 Jahren...
wurde das Semesterticket eingeführt.

In der Ersten Klasse loungen ist mit dem Semesterticket leider nicht drin!

Zum Wintersemester 1992 wurde an der Uni Münster eine Neuerung eingeführt: Das Semesterticket. Das Konzept war zwei Jahre zuvor an der Uni Stuttgart erdacht worden. Damit war Münster eine der ersten Unistädte, die das neue Ticket einführten.

Doch der vergünstigte Fahrausweis für den regionalen ÖPNV kam nicht bei allen Studis gut an. Kritik: Die Gebühr wird auch von denen eingezogen, die das Angebot gar nicht nutzen wollen. Finanzierung nach dem GEZ-Prinzip.

Einige Studis fanden eine kreative Protestform mit vollem Körpereinsatz: Gutproportionierte Studentinnen bestiegen splitternackt einen Linienbus. Die dabei entstandenen Fotos wurden für eine Kampagne genutzt. Motto: Hier wird nackten Studis noch in die Tasche gegriffen.
Die Motive waren zwar ein Hingucker, blieben aber politisch erfolglos.

Ein notorischer Jurastudent (der kürzlich durch seine Anzeige gegen Til Schweiger wieder zu Medienpräsenz kam) gründete eigens ein Ein-Mann-Institut für »Semesterticketforschung«, um das Projekt juristisch stillzulegen. Doch das Semesterticket rollte unaufhaltsam auf der Erfolgsspur.

Heute genießt die Studi-Fahrkarte breite Akzeptanz, was neben den attraktiven Leistungen der Verkehrsbetriebe wohl auch an der Gewohnheit liegt. Die kostenlose Fahrrad-Mitnahme ist allerdings immer noch nicht im Preis enthalten.

In der Ersten Klasse loungen ist mit dem Semesterticket leider nicht drin!

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Autor: Carsten Krystofiak

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