In dieser Woche vor 41 Jahren...

fand man die Toten von Warendorf.

Ein Hobbyarchäologe aus Warendorf fand am Ufer des Kottruper Baggersees ein sehr altes Gefäß. Er zeigte seinen Fund dem Museum für Frühgeschichte in Münster. Die Experten standen Kopf: Eine Urne aus der Bronzezeit!

Es war bekannt, dass die Arbeiter bei der Kalksandförderung öfters über Scherben und Knochen schimpften, die sie wegwarfen. Nun nahm sich eine Ausgrabungsexpedition der Sache an.
Die Forscher fanden 341 Gräber aus dem 3. Jahrtausend vor Christus - das größte zusammenhängende Gräberfeld der Bronzezeit in Nordeuropa.

Neulich in der Bronzezeit: Opa Ngg stirbt und bekommt ein schönes Grab am Emsstrand...

Am Emsufer bei Warendorf war zu Fred Feuersteins Zeiten richtig was los: Schon damals gab es eine Friedhofsordnung: Die Damen liegen mit dem Kopf nach Osten, die Herren nach Westen.
Der rustikale Baumsarg aus Weidenstamm war Standard. Die Grabstätten zeigen auch die sozialen Unterschiede vor fünftausend Jahren: Vom einfachen Economy-Modell bis zum prachtvollen Luxusgrab. Die typischen Grabbeigaben: Waffen für den Herrn, Schmuck und Haushaltswaren für die Dame. Sogar ein Hundegrab mit Spielzeug wurde entdeckt.

Allerdings stellten die Forscher fest, dass einige der Gräber schon zur damaligen Zeit verwüstet und geplündert worden waren. Die Hools der Bronzezeit! (»Diese Jugend von heute! In der Eiszeit hat‘s das nicht gegeben...!«)

Neulich in der Bronzezeit:
Opa Ngg stirbt und bekommt ein schönes Grab am Emsstrand...

Münsters Zeitzeichen-Serie aus der na dann... gibt’s als Band I und II im Buchhandel:
Jede Woche hat ihre Geschichten...

Autor: Carsten Krystofiak

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