In dieser Woche vor 4 Jahren: Rumble in Rumphorst...

In dieser Woche vor 4 Jahren: Rumble in Rumphorst...

Die jungen „Nationalen Sozialisten Münster“ wollten in ihrer Heimatstadt Präsenz zeigen und meldeten eine Demo an. Beim „breiten Bündnis“ des Gegenprotestes wollte sich niemand ausschließen: Von der militanten „Antifa“ über Gewerkschaften bis zu den Kirchen nahmen alle die Gelegenheit wahr, sich risikolos auf der Seite des Lichts zu zeigen. Die Polizei wies den Nationalen Sozialisten eine Marschroute zu, die vom Bahnhof Zentrum Nord einmal um den Pudding Rumphorstweg/Hoher Heckenweg führte. Die Anwohner waren darüber wenig erfreut und verrammelten ihre Fenster.

300.000 Euro Einsatzkosten für 300 Figuren. Zivilcourage gibt‘s halt nicht umsonst...

Da die münsteraner Führer-Fans zahlenmäßig kaum Kulisse aufbieten konnten, bekamen sie Unterstützung von holländischen Genossen, was zu dem kuriosen Umstand führte, dass niederländische Nazis in Münster „Duitsland den Duitsen!“ skandierten. Promigast Axel Reitz („Der Hitler von Köln“) konnte leider nicht kommen, „weil er Durchfall hat“, wie der Demoleiter durch sein Mikrofon mitteilte.

Während die „Antifa“ die Vorgärten der Anwohner zerlegte und die Polizei wie üblich zwischen den Stühlen saß, fühlten sich fünftausend Münsteraner im Verhältnis 16: 1 als heldenhafte Verteidiger der gefährdeten Demokratie. So waren alle zufrieden, auch die Nazis, weil sie mit einem Minimum an Personal ein Maximum an PR herausgeholt hatten.

300.000 Euro Einsatzkosten für 300 Figuren. Zivilcourage gibt‘s halt nicht umsonst...

Münsters Zeitzeichen-Serie aus der na dann...
gibt‘s als Band I und II im Buchhandel: Jede Woche hat ihre Geschichten...

Autor: Carsten Krystofiak

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