In dieser Woche vor 51 Jahren... wurden die Flaggen übergeben.

In dieser Woche vor 51 Jahren... wurden die Flaggen übergeben.

Die Armee der DDR hatte weniger Berührungsängste mit Wehrmachtstraditionen...

Nach dem Krieg wollten die meisten Deutschen „nie wieder ein Gewehr in die Hand nehmen“. Das war aber nicht im Interesse der Besatzungsmächte. Die NATO brauchte bundesdeutsche Truppen an der Grenze zum Ostblock. Darum wurde zehn Jahre nach 1945 die Bundeswehr gegründet.

Bei der Aufstellung verzichtete man aber aus Zurückhaltung auf das Brimborium militärischer Flaggentradition. Das führte jedoch zu protokollarischen Problemen: Bei internationalen NATO-Zeremonien standen die deutschen Einheiten ohne Fahnen da. Das wirkte irgendwie peinlich. Darum stiftete der Bundespräsident allen Bundeswehrteilen je eine neue demokratische Ehrenfahne.

Diese wurden natürlich nicht mit der Post verschickt, sondern feierlich an die Truppe übergeben. Als Ort der militärischen Folklore wurde ausgerechnet Münster ausgesucht: Im Preußenstadion überreichte der Bundesverteidigungsminister den rund dreihundert Heeresbataillonen und Fliegern ihre Truppenfahne.

Die Zeremonie zog zigtausend Zivilisten an, die sich an zackigere Zeiten erinnert fühlen durften. Daneben war jede Menge NATO-Prominenz zugegen. Über Gegendemonstrationen ist nichts bekannt. Die „68er“ Protestbewegung erschien erst drei Jahre später auch auf Münsters Straßen...

Die Armee der DDR hatte weniger Berührungsängste mit Wehrmachtstraditionen...

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Autor: Carsten Krystofiak

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