In dieser Woche vor 117 Jahren...

verbrannte die Beethoven-Sonate.

An einem Samstagabend um acht Uhr entlud sich ein schweres Gewitter über Ostbevern. Kurz vor halb elf schlugen zwei Blitze in den Turm der Loburg ein und setzten den Dachstuhl in Flammen. Alarmiert durch die weithin sichtbare Rauchsäule wurde die Brandglocke geläutet. Doch die Feuerwehr kam zu spät: Als das Dach einstürzte, brannte das Schloß bis auf die Grundmauern nieder. Freiherr von Beverförde-Werries und seine Familie zogen in ihren Adelshof in Münster um.

Typisch Schlaun: Die neue Loburg wurde im Stil des abgebrannten Schlosses wiederaufgebaut.

Jemand hatte die Katastrophe vorhergesehen: Ein „Spökenkieker“ hatte im Ort verbreitet, er habe eine Vision von der brennenden Loburg gehabt. Der „Neue Emsbote“ schrieb: „Der Mann wurde ausgelacht und doch trat alles genauso ein.“

Bei dem Unglück verbrannte auch eine handgeschriebene Sonate von Ludwig van Beethoven. Das unveröffentlichte Stück hatte Beethoven 1791 Maria von und zu Westerholt geschenkt, die seine Lieblings-Klavierschülerin und vielleicht auch noch mehr als nur das war. Da von der Sonate keine Kopie existiert, weiß niemand, wie sie wohl klang.

Nur ein Jahr nach dem Brand wurde der zerstörte Schlaun-Bau im alten Stil, aber doppelt so groß wiederaufgebaut. Seit den 1950er Jahren ist „die Loburg“ ein Internat; seit dem Jahr 2000 auch für Mädchen zugängig. Der letzte reine Jungen-Abiturjahrgang wählte als Abi-Motto: „No Woman – No Cry“...

Typisch Schlaun: Die neue Loburg wurde im Stil des abgebrannten Schlosses wiederaufgebaut.

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Autor: Carsten Krystofiak

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