In dieser Woche vor 49 Jahren... zerfetzte Hendrix den Rock.

Seit seinem Auftritt beim Woodstock-Festival zählte Jimi Hendrix zur Top-Liga der Rockstars. Nachdem 1965 schon die Rolling Stones in der Halle Münsterland aufgetreten waren, stand Mitte Januar nun Hendrix auf dem Programm.

Die Halle war nicht ausverkauft, obwohl der Linkshänder auf dem Gipfel seines Erfolges stand. Der Musikreporter der Westfälischen Nachrichten bemerkte denn auch, Hendrix habe sich zunächst nur „gelangweilt umgesehen“. Doch dann brach das Inferno los: „Er tanzt mit seiner Gitarre über die Bühne und zerbeißt das Instrument!“. Das Konzert hat wohl die Phantasie des WN-Schreibers sehr angeheizt. Die Überschirft lautete: „Hendrix zerfetzt den Rock!“.

Hendrix steigt am Bahnhof aus dem Zug, um den Rock zu zerbeißen...

Dafür brauchte er nicht lange, denn das Set umfasste nur neun Titel. Nach einem Cover von Earl King („Come On“) spielte sich Hendrix durch ein kurzes Programm von „Foxy Lady“ über „Hey Joe“ bis zum Schlusslied „Purple Haze“. Die Tonanlage war für heutige Verhältnisse ein Witz. Hinter der Bühne besorgte der Roadie Lemmy Kilmister für Hendrix Amphetamin und LSD. Am nächsten Tag ging es für die Crew weiter nach München.

Zwei Jahre später spielte Jimi Hendrix sein letztes Konzert erneut in Deutschland - auf dem „Love & Peace“-Festival auf der Insel Fehmarn, das in Sturm und totalem Chaos unterging. Zwei Wochen später starb er an Drogenkonsum.

Hendrix steigt am Bahnhof aus dem Zug, um den Rock zu zerbeißen...

p.s.: Allen Lesern ein glückliches und gesundes neues Jahr!

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Autor: Carsten Krystofiak

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