In dieser Woche vor 4 Jahren... zogen die Delphine aus.

Bei seiner Eröffnung 1974 bot der neue Allwetterzoo eine besondere Attraktion: Das Delphinarium. Damit lag Münster weit vorn, denn mit 1.000 Zuschauerplätzen war es das größte überdachte Delphinarium Deutschlands.

Der Aufwand war enorm: Zu dem 10 x 20 Meter großen Show-Becken kamen mehrere vier Meter tiefe Rückzugs-Bassins. Die Anlage fasste mehr als zwei Millionen Liter künstliches Meerwasser mit stabiler Temperatur. Die Delphine waren eine Junggesellen-WG, der Nachwuchs wurde in Nürnberg gezüchtet. Mit ihnen lebten sechs Seelöwen, die regelmäßig Nachwuchs bekamen.

Protest-Demos und heimlich gefilmte Dokumentationen führten zur Aufgabe der kontroversen Haltung.

Doch nicht allen gefiel das: Das „Wal- und Delfinschutz-Forum“ (WDSF) sowie die Initiative „Pro-Wal“ nahmen das Delphinarium ins Visier und attackierten es mit Negativ-PR. Lange konnte die Zooleitung die Kritik einfach ignorieren, doch schließlich wurde der Druck zu massiv und zwang den Zoo aus Imagegründen zur Aufgabe der Anlage.

Die Schließung war auch eine wirtschaftliche Entscheidung: Ein Umbau nach Standards, mit denen auch die Tierschützer einverstanden gewesen wären, hätte rund 30 Millionen Euro gekostet. Statt der zwei Millionen Liter Meerwasser wäre mindestens das Zehnfache nötig gewesen. Münsters Meeressäuger zogen ins niederländische Delphinarium von Harderwijk um, dessen Haltungsbedingungen jedoch noch viel umstrittener sind...

Protest-Demos und heimlich gefilmte Dokumentationen führten zur Aufgabe der kontroversen Haltung.

Münsters Zeitzeichen-Serie aus der na dann...
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Autor: Carsten Krystofiak

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