In dieser Woche vor 87 Jahren... startete die Flugroute Handorf-Berlin.

Gute Verkehrsanbindung: Mit der alten „Tante JU“ von Handorf nonstop nach Berlin-Tempelhof.

Weil der alte Flugplatz Münster-Loddenheide aus allen Nähten platzte und den Ansprüchen moderner Luftfahrt nicht mehr genügte, suchte man nach alternativen Standorten. Zwischen Handorf und Telgte wurden die Planer fündig. Da Bürgerproteste und Umweltschutz damals keine Rolle spielten, war schon nach zwei Jahren Bauzeit alles fix und fertig: Am 1. April war Eröffnung, schon drei Tage später startete die regelmäßige Fluglinie Münster - Berlin in der alten „Tante JU“.

Doch in erster Linie hatte sich das Militär den Großteil des Areals reserviert. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden starke Bomberverbände hier stationiert. Damit geriet Handorf auch in den Operationsradius feindlicher Bomberflotten. Während der Ardennenoffensive hoben die ersten Düsenjäger mit Einsatzziel Frankreich in Handof ab.

Nach dem Krieg nutzten die Engländer den Flughafen unter dem Namen „Airfield Y.94“ militärisch weiter. Im Kalten Krieg kam dem Flugplatz bald wieder strategische Bedeutung als Basis für Atomraketen des Typs „Nike“ zu.

Ab Mitte der 1980er Jahre wurden die Rollbahnen und Gebäude nach und nach abgerissen und das Gelände wieder naturnah gestaltet. Damit endete ein vergessenes Luftfahrt-Kapitel. Ein Sportevent mit zehntausenden Besuchern blieb wegen ökologischer Schäden eine einmalige Veranstaltung. Heute gehört das Biotop an den Wochenenden den Spaziergängern.

Autor: Carsten Krystofiak

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