In dieser Woche vor 5 Jahren... blieb der Domplatz leer.

Das Eurocityfest in der Altstadt war für das Stadtmarketing ein Geschenk: Die Stadt zahlte keinen Cent dazu, profitierte aber stark von der überregionalen Anziehungskraft. War das Wetter schön, bekam die Stadt gratis eine attraktive Werbewirkung, verregnete das Fest, trug das finanzielle Risiko allein der Veranstalter Steffi Stephan. Doch irgendwie fand der dieses praktische System immer blöder.

Als Stephan seinen Vertrag mit der Stadt 2011 nicht verlängerte, war klar, dass es im Jahr darauf kein Fest geben würde. In einer Umfrage bedauerte das die Mehrheit der Münsteraner, fast jedem Fünften war es egal.

Mit Pils und Preußenfahne: Eurocityfest in den 2000er-Jahren. Seit 2015 wird weitergefeiert.

Die Stadt schrieb die Organisation des Festes nun deutschlandweit aus, fand aber unter den vier Bewerbern keinen geeigneten. Die FDP lehnte die Fortführung des Stadtfestes ab, die Piraten meinten, die Bürger sollten die Party selbst organisieren und die anderen Parteien waren sich zumindest darüber einig, dass sie sich nicht einig waren.

Die Lösung kam von Marvin Lindenberg: Er versammelte ein Team event-erfahrener Gastronomen, die ein neues Konzept vorlegten. Das Konzept überzeugte. Damit blieb die Ausrichtung eines neuen Stadtfestes in Münsteraner Hand. Aufregung gab es trotzdem, weil der neue Plan vorsah, den Domplatz abzusperren und Eintritt zu verlangen. Sicherheitstechnisch und ökonomisch hat sich diese Praxis aber schnell bewährt und die Kritiker beruhigt. Das Stadtfest „Münster mittendrin“ ist seit 2015 erfolgreich.

Autor: Carsten Krystofiak

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