In dieser Woche vor 20 Jahren... wurde der Preußenpark begraben.

1989 stieg Preußen Münster in die 2. Bundesliga auf. In der Sektlaune des Jubels versprach Oberbürgermeister Twenhöven ein neues Stadion. Doch bei nüchterner Betrachtung stellte man fest: viel zu teuer. Doch dann hatte die Stadt eine Idee, um auch ohne Geld an ein neues Preußenstadion zu kommen.

Der Plan: Die Stadt schenkt dem Hamburger Investor ECE vier Hektar Grund an der Hammer Straße, um dort ein Einkaufszentrum mit 100 Geschäften und Restaurants sowie ein Parkhaus mit 2.000 Plätzen zu bauen. Im Gegenzug wollte ECE kostenlos ein überdachtes Stadion für 22.000 Zuschauer errichten.

Die City wurde gerettet, aber die Preußen kicken immer noch im Trümmerhaufen...

Der Schmerzensschrei der Innenstadt-Kaufleute war bis nach Berg Fidel zu hören. Sie sahen in dem Projekt den wirtschaftlichen Todesstoß für die City. Ein Strohmann klagte vor dem Oberverwaltungsgericht wegen Lärmschutz und die Richter kassierten prompt den Bebauungsplan. Gleichzeitig pfiff die Landesregierung das Projekt wegen verkehrsplanerischer Bedenken ab. Seltene Koalition: Kaufmannschaft und Grüne verbündeten sich im Kampf gegen den Preußen-Park.

Das Urteil wurde nicht zur Revision zugelassen, auch eine Klage der Stadt gegen die Nichtzulassung scheiterte. Damit war das Fußball-Einkaufszentrum Geschichte.

Liebe Leser, auch das Münster-Zeitzeichen braucht mal Ferien! Ab September geht‘s an dieser Stelle wieder weiter! Danke für die Treue! Bis dahin alles Gute!

Autor: Carsten Krystofiak

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