In dieser Woche vor 13 Jahren... klagte Metro gegen die Metro.

Zudem mobilisierte er die Medien. Sogar BILD berichtete über den Fall. Die medialen Rollen waren klar: Der sympathische, buchstäbliche „David“ gegen den aggressiven Großmarkt-Goliath. Vermutlich aus Angst vor einem Imageschaden lenkte der Konzern ein. All

Münsters Rockkneipe Metro von Wirt David „Zappa“ Sandner hat eine bewegte Geschichte. Doch schon immer war „die Metro“ ein beliebter Treff für Freunde härterer Gitarrenmusik. Aber eines Tages kam unerwartete Post: Der gleichnamige Großhandelskonzern Metro ließ durch seine Anwälte mitteilen, dass Sandner die Namensrechte des Handelsriesen verletze und forderte die Unterlassung der Verwendung des Namens „Metro“.

Sandner war nicht der Einzige, der diese Abmahnung erhielt: Die Anwälte drohten sogar Modellbauvereinen mit hohen Strafsummen. Die meisten Angeschriebenen beugten sich angesichts ruinöser Zahlungen. Doch der Münsteraner dachte gar nicht daran, klein beizugeben.

Sandner argumentierte, eine Verwechslungsgefahr zwischen den Großmärkten und seiner Kneipe sei nicht gegeben. Zudem müsse dann auch die Pariser oder Moskauer Metro wohl ihren Namen ändern. Zudem gäbe es seine Rockkneipe nur in Münster - aber keinen Metro-Markt in der Stadt.

Zudem mobilisierte er die Medien. Sogar BILD berichtete über den Fall. Die medialen Rollen waren klar: Der sympathische, buchstäbliche „David“ gegen den aggressiven Großmarkt-Goliath. Vermutlich aus Angst vor einem Imageschaden lenkte der Konzern ein. Allerdings musste sich Sandner verpflichten, nicht unter dem Namen Metro überregional zu expandieren, was ihm wegen beschränkter Einzugsregion und Kapazität nicht schwerfiel.

Autor: Carsten Krystofiak

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