In dieser Woche vor einem Jahr... wurden Trauzeugen gesucht.

Ende September erschien in der „na dann...“ eine Anzeige mit folgendem Text:“ Ich habe meiner Freundin am 24.09. 2016 um 4:30 Uhr morgens an der Friedrich-Ebert-Straße / Annenstraße einen Heiratsantrag gemacht. Aufgrund eines zu hohen Alkoholkonsums kann ich mich nicht an ihre Antwort erinnern und sie hüllt sich in Schweigen. Wer hat den Antrag beobachtet und kann sachdienliche Hinweise geben?“

Ja, nein, vielleicht? – Was hat sie nur gesagt? Verdammter Alkohol!

Ein Spaßvogel postete ein Handyfoto der gedruckten Anzeige bei Twitter – und von dort nahm die Nachricht ihren Lauf. Unter der Rubrik „Aus aller Welt“ schaffte es die Meldung aus Münster bis in die internationale Presse: von der Berliner Morgenpost bis zum Schweizer „Tagblatt St. Gallen“, in die Huffington Post und auf die Startseite von Yahoo. Weltweit gaben Leser Kommentare und Ratschläge ab. Mitleid und Spott für den verhinderten Bräutigam hielten sich dabei in etwa die Waage. Sogar in kommerziellen Hochzeits-Ratgeber-Magazinen fand sich die Anekdote wieder.

Leider wurde nie bekannt, wie die Geschichte ausging. War sie wirklich unversöhnlich gekränkt oder ließ sie ihn nur ein bißchen zappeln? Ist sie aus Ärger unbekannt verzogen, er aus Scham untergetaucht oder leben beide als glücklich verheiratetes Ehepaar in Münster und erwarten bald den ersten Nachwuchs? Wer Näheres weiß, melde sich bitte bei der Redaktion der ‚na dann...‘; wir würden gerne die Fortsetzung berichten...

Autor: Carsten Krystofiak

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