In dieser Woche vor einem Jahr... war Licht in den Fenstern.

Selten war soviel Wirbel um einen Neubau: Zunächst lösten die Architekten und Investoren Andreas Deilmann und Rainer Kresing mit ihrem Plan für ein Appartement-Hochhaus anstelle des alten Metropolis-Kinos eine Ratsdebatte um die geplante Geschossanzahl aus.

Nachdem der Rat das Hochhaus um einige Etagen geschrumpft hatte, schloss sich eine Kontroverse um den Mietpreis an. Nun zeigte Planer Deilmann Einfallsreichtum: Er vermietete die Wohnungen ganz einfach zum Sozialtarif an ein Subunternehmen seiner Frau; diese vermietete zum vollen Preis weiter, berichtete die Lokalpresse.

Nebenan brannte auch noch Licht, das kam den Anwohnern seltsam vor. Damit war der Bogen überspannt...

Dann die nächste Überraschung: Dem Ratsherr Richard Halberstadt fiel eines Nachts auf, dass in dem Gebäude schon Fenster hell erleuchtet waren, obwohl die Bauarbeiter noch beschäftigt waren und die Baubehörde das Haus noch gar nicht abgenommen und zum Bezug freigegeben hatte.

Die Stadt ließ die Appartements räumen, die Mieter mussten in Hotelzimmern untergebracht werden. Einer der vor die Tür Gesetzten zog es vor, aus Protest im Schlafsack vor Deilmanns Büro zu campieren.

Unterdessen konnte Kresing keine Antworten auf Pressefragen geben, weil Deilmann im Urlaub und nicht erreichbar war. Kresing gab an, von seinem Partner nicht unterrichtet worden zu sein.. Die Kette der Vorfälle führte zum Ende der Zusammenarbeit beider Architekten, die in Münster viele – nicht unumstrittene – Akzente gesetzt haben.

Autor: Carsten Krystofiak

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