In dieser Woche vor 33 Jahren... ...ging Münster auf Sendung.

Die Münsteraner haben einen Provinzkomplex. Dabei wäre das gar nicht nötig, da unsere Stadt sowieso super ist. Aber die Münsteraner sehnen sich nach medialer Beachtung und die ist am schönsten, wenn Münster im Fernsehen ist. Das kam vor Wilsberg & Boerne so gut wie nie vor. Doch dann startete der WDR seine „Lokalfenster“ aus der Region. Zu Beginn mussten sich Münster und Bielefeld noch mit der täglichen Ausstrahlung abwechseln. Nun konnten Münsteraner endlich jeden Tag Münster im Fernsehen sehen - gesendet aus dem Münsteraner Studio an der Mondstraße. Die Begeisterung war riesig!

Münsteraner lieben ihre Lokalzeit, aber manchmal erscheinen darin schon komische Typen...

Dabei stieß die Idee zuerst auf politischen Widerstand: NRW-Ministerpräsident Kühn (SPD) sagte zum WDR-Intendanten: „Was willst du denn in Westfalen? Da sitzt doch der Arsch, der Kopf sitzt in Köln!“ Doch die Lokalzeit setzte sich durch. Auch bei nur 30 Minuten Sendezeit wurde das Format „von hier“ eine Institution. Die Moderatoren wurden zu Lokalprominenten. Der Chef der Studiokantine stieg zum lokalen TV-Koch mit eigener Sendung auf.
Zu den erfolgreichsten Serien mit den meisten und positivsten Zuschauerreaktionen zählte die Reihe „Kuchenbuffet“, in der mehr oder weniger bekannte Mnsteraner live einen Kuchen backten...

Heute sind die goldenen Zeiten des Senders längst vorbei: Das Fernsehen ist marginalisiert und steht durch die Zwangsgebühren in der Kritik.

Autor: Carsten Krystofiak

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