In dieser Woche vor 42 Jahren... ...rockten die Gebrüder Engel los.

Die Brüder Bertram und Thomas Passmann kamen eigentlich aus Burgsteinfurt. Wegen ihrer blonden Locken wurden sie schon als Kinder „Engel“ genannt. Bertram Engel studierte in Münster Schlagzeug und stieg als 18jähriger in Udo Lindenbergs Panikorchester ein.

Gemeinsam mit Lindenberg-Bassist Steffi Stephan gründeten Thomas und Bertram die Band „Gebrüder Engel“, die musikalisch und textlich wesentlich härter war, als der kommerziell orientierte Lindenberg-Sound. Dennoch bekamen sie einen Plattenvertrag bei EMI und veröffentlichten Anfang 1976 ihr Debutalbum „Gebrüder Engel“.

Der aggressive Deutschrock kam gut an und die Münsteraner erspielten sich eine bundesweite Fanszene. Markenzeichen der folgenden Alben wurden die Covergemälde des Münsteraner Künstlers Lo Blickensdorf. Mehrere Besetzungswechsel schadeten dem Erfolg nicht.

Mit Münster-Postkarte auf dem Cover: Die Gebrüder Engel waren die härtere Alternative zu Lindenberg.

Inhaltlich setzten die Gebrüder nicht nur auf typische Zeitgeist-Themen wie Anti-AKW-Texte, sondern sangen auch kritisch über Abtreibung („Das muss weg!“), die Friedensbewegung („Friedensindustrie“) oder ewig Suchende, die nie etwas zu Ende bringen („Ich bin talentiert“).
Während Bertram als Trommler für Lindenberg, Maffay und andere Karriere machte, wandte sich Bruder Thomas mit den Moonbeats dem Schlager zu.

In den Neunzigern verabschiedete sich die Band mit einem Livealbum. Ein Comeback 2012 blieb ohne große Resonanz.

Autor: Carsten Krystofiak

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