In dieser Woche vor einem Jahr... ...wurde das Ministerium hektisch.

Upps, da fiel die schöne Gestütsleiterin vom hohen Ross...

Der Fall hatte alle Zutaten eines richtig guten Münster-Fernsehkrimis: Die attraktive Leiterin des NRW-Landesgestüts in Warendorf soll mit ihrem Haupt-Rittmeister nach Katar geflogen und dort in Luxushotels abgestiegen sein. Dort sollen beide, so spätere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, als eigene Handelsgesellschaft aufgetreten sein, um dem Emir edle Reitpferde zu verkaufen – allerdings hinter dem Rücken des zuständigen Landwirtschaftsministeriums von NRW, das selbst offizielle Beziehungen zum Emirat in Sachen Pferde unterhält.

Die Ermittler gruben auch zuhause eine Serie von angeblichen Betrügereien, unerlaubten Vorteilsnahmen und Unterschlagungen des dynamischen Duos aus, bei denen insgesamt eine größere fünfstellige Summe zusammenkam, die Gestütsleiterin und Rittmeister ergaunert haben sollen, u.a. durch ein Scheingeschäft mit einem Rassehengst oder private Sattlerarbeiten auf Landeskosten.

Die Staatsanwälte ließen die Büros mehrerer Pferdehändler durchsuchen und beschlagnahmten zahlreiche Unterlagen. Darauf alarmierte ein Ministerialrat in Düsseldorf seinen Staatssekretär, der eilig einen Referenten nach Münster schickte, um die beiden Verdächtigen auf der Stelle fristlos zu entlassen. Der traf die Verdächtigen aber nicht an. Sollte Schaden vom Ministerium abgewendet werden? Was wusste der Staatssekretär?

Inzwischen weiteten sich die Ermittlungen immer weiter aus. Im Ministerium tagte der Agrarausschuss zu dem Fall. Alle Beteiligten bestreiten bis heute eine Schuld.

Autor: Carsten Krystofiak

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