In dieser Woche vor 53 Jahren... ...wurde zum zweiten Mal abgerissen.

1733 kam Wilhelm Ferdinand Wipper in Münster zur Welt. Aus dem kleinen Willi wurde ein bedeutender deutscher Architekt.

Nach Schlauns Tod vollendete Wipper Münsters Schloss. Eingangshalle und Treppenhaus stammen von ihm. Von der damaligen Fachwelt bekam er dafür viel Anerkennung.

Der Domplatz ist einfach nur ein leerer Platz: Ein Alptraum für präpotente Architekten!

Minister Fürstenberg beauftragte Wipper mit dem Umbau der städtischen Metzgerhalle in ein Theater. Am Neutor plante er die beiden Torhäuser, die heute noch stehen. Die Familie Romberg ließ sich von ihm einen Adelshof an der Neubrückenstraße bauen, der später zum Stadttheater wurde.

Bald war Wipper der gefragteste Architekt des Adels und bezog außerdem ein phantastisches Festgehalt von 500 Reichstalern als „Oberbaulanddirektor“ .

Am Domplatz 3 baute er eine gräfliche Kurie. Diese wurde später zur Dienststelle für Kirchen- und Schulangelegenheiten, dem sogenannten „Konsistorium“. Es ist das einzige Gebäude, das zweimal zerstört wurde: vor und nach dem Krieg.

Erstmalig wurde es beim großen Tagesangriff amerikanischer Bomber 1943 zu Schutt und Asche. Nach dem Krieg baute man es anhand von Originalplänen wieder 1:1 auf. Doch als 1965 das unbeschädigte Regierungspräsidium auf dem Domplatz im Planierwahn abgerissen wurde, brach man auch das wiederaufgebaute Konsitorium mit ab. Die Proteste dagegen waren so immens, dass der Stadtrat alle Pläne zur Bebauung des Domplatzes ein für allemal begrub.

Autor: Carsten Krystofiak

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