In dieser Woche vor 1 Jahr... ...sagte Ganser den Kriegsverlauf voraus.

Vor dem vollbesetzten Hörsaal des Fürstenberghauses am Domplatz sprach der Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser über den Syrienkrieg, über manipulative Medien und die Rolle der UN-Vetomächte, insbesondere der USA.

Ganser wurde vor allem durch seine Recherchen über das Geheimdienst-Netzwerk „Stay Behind“ bekannt, das in den 1970ern und -80ern die Fäden bei Terroranschlägen in Italien zog, für das linke Extremisten verantwortlich gemacht wurden. Organisiert wurde die Veranstaltung, die medial weiter keine Beachtung fand, von einem Münsteraner Ex-Gastronom, der Ganser in Berlin kennengelernt hatte.

„Verschwörungstheorien“ über US-Geostrategie und NATO-hörige Medien: Dr. Daniele Ganser

Der Lehrbeauftragte der Universität St. Gallen erläuterte die Ursachen des Syrienkrieges, den er als geostrategischen Konflikt zwischen den USA und Russland um eine geplante Erdgas-Pipeline darstellte. Ganser erklärte, heute würden Kriegsmächte feindliche Länder nicht mehr direkt angreifen, sondern von innen destabilisieren, indem man Separatisten bewaffnet, die dann als „gemäßigte Rebellen“ unterstützt werden und einen „Regime Change“ herbeiführen sollen. Beispiele dafür sind z.B. Libyen oder die Ukraine.

Vor den aufmerksamen Münsteranern sagte Ganser damals exakt den weiteren Konfliktverlauf voraus, den die Entwicklung tatsächlich bis heute nahm.

Ironie: Anfang April entzog ihm die Uni St. Gallen seinen Lehrauftrag, weil er „Verschwörungstheorien“ verbreiten würde.

Autor: Carsten Krystofiak

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