In dieser Woche vor 1948 Jahren... ...sagte Veleda den Sieg vorher.

Vor zweitausend Jahren wurde das heutige Münsterland vom Germanenstamm der Brukterer besiedelt. Im Jahr 9 beteiligten sich diese „Ur-Münsterländer“ an der Schlacht im Teuroburger Wald und erbeuteten das Feldzeichen der vernichteten 19. Legion. Kein Wunder, dass die Römer die Brukterer zu den gefährlichsten Germanenstämmen zählten.

Daher gerieten sie aber in den Fokus militärischer Operationen und wurden zum Ziel der Feldzüge des Germanicus, der die römische Truppenfahne sechs Jahre nach der Schlacht bei Kalkriese zurückeroberte.

Historisch nicht exakte Darstellung der Brukterer an der Schießbude Kracke auf dem Münsteraner Send.

Zu den berühmtesten Brukterern gehörte die unter den Germanen hochverehrte Seherin Veleda. Ihre Orakel hatten großen Einfluss auf politische Entscheidungen. Die angeblich hochgewachsene Frau hauste zurückgezogen in einem Turm, in dem sie Fragen nach der Zukunft entgegennahm. Die Antworten ließ sie durch Verwandte ausrichten.

Als die benachbarten Bataver im heutigen Belgien um Unterstützung für einen Aufstand gegen die Römer baten, sagte Veleda den Sieg voraus, was die Brukterer veranlasste, sich an der Rebellion zu beteiligen.

Nach weiteren Guerilla-Überfällen auf römische Stellungen im Rheinland, flohen sie vor der großen römischen Gegenoffensive über die Lippe ins heutige Sauerland. Ihren angestammten Platz im Münsterland nahmen nachrückende Sachsen ein.

Autor: Carsten Krystofiak

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