In dieser Woche vor 56 Jahren... ...eröffnete der erste Sportpark.

Um der Wohnungsnot der Nachkriegsjahre auszuweichen und sofort bauen zu können, ohne erst Trümmerberge beseitigen zu müssen, wies die Stadt die Felder an der Sentruper Höhe als Bauland aus. Die Kredite für die Häuslebauer wurden vom Land finanziert, daher nannten die Münsteraner das Areal scherzhaft „Hypothekenhügel“. Die Bauherren verpflichteten sich zu umfangreichen Eigenleistungen und mussten nach Feierabend Anzug und Kugelschreiber gegen Blaumann und Maurerkelle tauschen.

Auch im Alter ist Sport wichtig! Münster bietet dazu viel Gelegenheit.

Schon zur Kaiserzeit gab es hier einen Sportplatz, der zum Ausflugslokal Feldschlößchen gehörte. Die Stadt ließ den Platz auf drei Hektar erweitern, inkl. Sporthalle mit Umkleideräumen, Jugendheim, Spielplatz, Laufbahn, Tennisplätzen und Weitsprunggrube. Im Oktober konnte der Sportpark Sentruper Höhe feierlich eröffnet werden. Es war die erste Anlage dieser Art in der Bundesrepublik.

In den Achtzigern wurden hier legendäre Fußballturniere zwischen den Teams der münsterschen Disco-Clubs aus Thekenpersonal und Stammgästen ausgetragen. Das Publikum war selten nüchtern und auch die Mannschaften hatten oft schon am Vorabend vorauseilend den erwarteten Sieg vorgefeiert.

Später wurde der Sportpark nochmals erweitert und modernisiert. Der Erhalt ist dauerhaft gesichert, da das Areal als einer von Münsters sieben „Grünen Fingern“ ein unbebaubarer Frischluftkamin für die Innenstadt ist.

Autor: Carsten Krystofiak

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